Sonntag, 10. September 2017

Rezension: Wildeule

von Annette Wieners, erschienen bei List.


Erschienen am 11.08.2017
Taschenbuch, Klappenbroschur
352 Seiten
ISBN 13 978 3 54861 2591

Beschreibung laut Verlag
Die ehemalige Kommissarin Gesine Cordes hatte sich nach dem Tod ihres kleinen Sohns aus ihrem alten Leben zurückgezogen. Erst in der Arbeit als Friedhofsgärtnerin fand sie Trost. Doch ihre geliebte Idylle wird jäh gestört, als während einer Beerdigung entdeckt wird, dass der Sarg nicht richtig geschlossen ist. Und nicht der erwartete Leichnam im Sarg liegt, sondern ein bekannter Bestattungsunternehmer – er wurde ermordet. Gesine ermittelt undercover auf dem Friedhof und kommt skandalösen Praktiken im Bestattergewerbe auf die Spur. Bald gerät ausgerechnet ihr bester Freund, der Bestatter Hannes, unter Verdacht. Gesine muss sich entscheiden: Wird sie sich weiter vor der Welt verstecken? Oder kann sie Hannes retten, den Mord aufklären und womöglich sogar in ihr altes Leben zurückkehren?

Rezension
Zwischen der Friedhofsgärtnerin (und Ex-Kommissarin) Gesine Cordes und ihrem bester Freund Hannes herrscht Eiszeit. Er hatte ihr sein Herz ausgeschüttet wegen seiner beruflichen Schwierigkeiten mit einem skrupellosen Konkurrenten Schellhorn und sie hatte - beschwipst und gutgelaunt - einen blöden Kommentar dazu abgegeben. Eigentlich eine Kleinigkeit und doch... Gesine hat da etwas gutzumachen...

Gut das die Arbeit sie ablenkt. Die heutige Beerdigung ist wirklich außergewöhnlich. Zum einen geradezu pompös mit einem Blumenmeer, den teuersten Kränzen und dazu Silberbeschlägen am Sarg fast schon überladen - auf der anderen Seite nur ein einzelner Trauergast. Doch das was Gesine tatsächlich hellhörig werden lässt, ist dieses merkwürdige Geräusch, als die Träger den Sarg anheben...

Und tatsächlich: Der Deckel des Sarges ist nicht richtig verschlossen und als er plötzlich wegrutscht ist der Schreck mehr als groß. Denn nicht die verstorbene Madeleine Jablin liegt in dem Sarg, sondern Hannes Konkurrent Schellhorn.

Die Polizei - unter Leitung von Mordermittlerin Marina Olbert - macht sich an die Ermittlung. Schon bald kristallisiert sich eine Spur heraus - und die führt direkt zu Hannes!

Fazit
'Wildeule' ist der dritte Teil um Gesine Cordes. Die ersten beiden Bücher hatten mir wirklich gut gefallen, aber dieser Band toppt die beiden anderen noch einmal so richtig!

Ich lese ja sehr gerne Serien - mir gefällt es einfach beim Lesen alte Bekannte zu treffen. Manche mag man mehr, manche vielleicht weniger und doch ist es ein Wiedersehen bzw. Wiederlesen, das mir Freude bereitet. So auch mit Gesine und natürlich auch mit Hannes.

Nun steht Hannes aber unter Verdacht. Natürlich zu unrecht. Ist ja klar. Schließlich kennen wir uns ja schon ein Weile... naja gut zwei Bücher lang... aber das kann ja trotzdem nicht sein, das er jemanden tötet.... okay, einen Grund hätte er schon gehabt... aus verständlichen Gründen hätte ihm ja schon die ein oder andere Leitung durchbrennen können.... aber mal ehrlich: Hannes? Obwohl... wie gut kennt man sich eigentlich wirklich... und die Beweise... die kann man ja nicht wegdiskutieren.... sollte er doch?...

Was ich damit sagen möchte: dieses Buch hat mich beim Lesen ganz schön hin und her gerissen. Immer wieder stellt man sich die Frage der Fragen und nein, ich verrate Euch definitiv nicht, wie es endet und ob das Ende mir gefallen hat oder nicht. Nur so viel: es war spannend!

Mir gefällt auch die Grundgeschichte. Also eine Kommissarin, die durch ... also die ihren kleinen Sohn verliert und damit den Lebensinhalt, die alles hinwirft und nun als Friedhofsgärtnerin arbeitet... auf dem Friedhof, auf dem auch ihr Junge bestattet wurde... etwas düster und absolut stimmig.

Meine beiden Daumen sind auf jeden Fall oben für diese Reihe.

Reihenfolge
 Kaninchenherz
 Fuchskind
 Wildeule

Viele Grüße von der Numi

Donnerstag, 31. August 2017

Rezension: Wir töten nicht jeden

von Carlos Salem, erschienen bei dtv.


Taschenbuch
288 Seiten
ISBN 978-3-423-21683-8

Beschreibung laut Verlag
Ein heißer Sommer. Ferienzeit. Pharmavertreter Juan Pérez Pérez freut sich auf vier Wochen Strand mit seinen Kindern. Doch just vor der Abreise erklären ihm seine Chefs, dass sein Urlaubsziel stattdessen ein FKK-Campingplatz am Meer sei. Juan Pérez Pérez kann sich ihnen nicht widersetzen – denn er hat eine zweite Persönlichkeit, von der sonst niemand weiß: Er ist die Nummer 3 einer internationalen Killer-Organisation. Wie üblich gibt man ihm die Autonummer des Opfers. Das bringt den hochkarätigen Killer in die Bredouille: Es handelt sich um den Wagen seiner Ex, der Mutter seiner Kinder. Warum hat man sie im Visier? Oder soll ihr Lover sterben? Oder will man etwa ihn, die erfolgreiche Nummer 3, ausschalten? 

Rezension
Juan Pérez Pérez stehen vier Wochen Urlaub bevor, die er mit seinen beiden Kindern am Mittelmeer verbringen möchte. So die Planung. Nur leider, leider hat sein Arbeitgeber noch eine Kleinigkeit für ihn zu tun... Im Grunde genommen stört der Auftrag auch nicht wirklich. Schließlich liegt der Einsatzort direkt am Meer an einem schönen Strand mit einem tollen Campingplatz.... einem FKK-Campingplatz. Und da er den Auftrag nicht ablehnen kann, seine FIRMA auch schon alles gebucht hat, macht sich Juan mit seinen Kindern auf den Weg.

Das Schwierige an dem Auftrag stellt sich allerdings schon bald heraus. Juan arbeitet nämlich nicht - wie alle um ihn herum glauben - für einen Pharmakonzern. Nein, sein Arbeitgeber ist eher ein Dienstleister der besonderen Art. Es ist praktisch eine Art ... Mord-auf-Bestellung-FIRMA und Juan arbeitet dort als Profikiller. Eine durchaus lukrative Arbeit, die Juan im Blute liegt. 

Wie immer bekommt Juan auch dieses Mal das Autokennzeichen seines Opfers. Das Problem ist nur, dass genau dieses Auto bis vor kurzem seiner Exfrau gehörte und der neue Besitzer des Autos sein ehemals bester Freund ist. Abgesehen davon könnte auch der Freund seiner Ex das Ziel sein.

Und das obwohl Juan in Begleitung seiner Kinder ist und das Ganze eher ohne Kleidung stattfinden muss - schließlich kann man am FKK Strand nur ganz schlecht mit einer geladenen Waffe herum spazieren - also jetzt mit einer richtigen Waffe, mein ich *hüstel*.

So türmen sich die Fragen auf. Wer soll denn nun das Opfer sein? Seine Ex, ihr neuer Lover, Juans Freund oder soll das Ganze nur ein Ablenkungsmanöver sein und die Firma will sich stattdessen ihrer erfolgreichen Nummer 3 - also Juans - entledigen?

Fazit
Aaaalso ich will mal so sagen: das Thema des Buches finde ich ... witzig, einfallsreich, ... einfach mal etwas anderes. Die Schreibe von Herrn Salem ist zudem sehr flüssig zu lesen und ja ab und an musste ich schmunzeln. Allerdings denke ich, dass hier eher die männlichen Leser angesprochen werden.

Denn wie es der Zufall will lernt Juan eine junge Frau kennen... eine Mitarbeiterin... und da er über eine gesunde Libido verfügt... kann er sein Interesse an der Dame kaum verbergen... und damit meine ich jetzt nicht die intellektuelle Art und Weise von Interesse ... sondern die eher optisch sichtbare Art.

Zudem ist auch sie nicht abgeneigt und man könnte meinen, dass man hier eher einen erotischen Krimi liest... obwohl Krimi?.... Ja so direkt ein Krimi ist es eher auch nicht so ganz... Also eher ein Einblick in das Leben und Wirken eines Profikillers unter besonderen Umständen... Ja, dass passt vielleicht besser :0)

Eine skurrile, humorige Geschichte voller merkwürdiger Zufälle, die eventuell eher Männer anspricht!

Viele Grüße von der Numi

Sonntag, 27. August 2017

Rezension: Velvet

Volume 3


Erschienen am 28.07.2017
Polyband
FSK: 12
Laufzeit: ca. 495 Min. (11 x 45 Min.)
Bildformat: 16x9 anamorph (1,78:1)
Sprache: Deutsch, Spanisch
Dolby Digital 2.0
Ländercode: 2
Anzahl Discs:3

Synopsis
Liebe und Intrigen im Goldenen Zeitalter der Haute Couture: In VELVET dreht sich alles um das turbulente Leben im gleichnamigen Modehaus - den Galerías Velvet!

Als Cristina vom Ehebruch ihres Bruders erfährt, trifft ihr Zorn sowohl Patricia als auch Enrique. Clara gibt sich ihrem Liebeskummer hin. Pedro hält um Rosa Marias Hand an.  Raúl findet zu seiner alter Form zurück und präsentiert das Konzept für seine neue Kollektion. Carlos spürt, dass Alberto immer noch in Anas Herz ist ...

  

Rezension
Weiter geht es rund um die Galeria Velvet - dem spanischen Haute Couture Modehaus. 

Während Clara (Marta Hazas) verzweifelt ist wegen Don Matheos (Javier Rey) Verhalten, versucht er alles in seiner Macht stehende zu tun um die Wogen zu glätten. Leider fährt ihm dabei sein eigener Bruder in die Parade...


Pedro (Adrián Lastra) steht kurz davor um Rosa Marias Hand anhalten zu müssen, obwohl sein Herz doch Rita (Cecilia Freire) gehört und das ganz und gar. Sein Cousin Jonas (Llorenc González) hat derweil ein Auge auf Luisa (Manuela Vellés) geworfen, die aber zur Zeit ganz andere Entscheidungen treffen muss...


Und natürlich sind da weiterhin Ana (Paula Echevarria) und Alberto (Miguel Ángel Silvestre).... Ana, die mit Carlos (Peter Vives Newey) befreundet ist und Alberto, der mit Cristina (Manuela Velasco) verheiratet ist... und doch kommen die beiden nicht voneinander los...


Fazit
Die Irrungen und Wirrungen der Liebe mit anzuschauen ist ja soooo schööööön - hachz - natürlich nur wenn man nicht selber betroffen ist von Liebeskummer und solchen bösen Sachen :0)

In Volume 4 tritt die Hauptgeschichte um Ana und Alberto etwas in den Hintergrund, was den anderen Figuren mehr Platz einräumt zum Agieren. Und das in hervorragender Art und Weise, denn auch sie haben einen Platz im Herzen des Zuschauers verdient.

Mir gefällt die Serie, die ich fast mit einem Dauergrinsen ansehe - naja außer dann, wenn etwas dramatisch, trauriges passiert - richtig, richtig gut. In den 50er Jahre fühle ich mich wohl - ob es die Kleidung, die Ausstattung, die Musik - ja selbst die Autos betrifft, die Macher der Serie haben da wirklich ein stimmiges Händchen.

Dazu kommen die Darsteller, denen man die Freude an ihrer Arbeit ansieht. Dabei möchte ich niemanden speziell hervorheben, da mir wirklich alle Beteiligten gefallen - ja auch die 'Bösen' passen perfekt.

So ist also auch Volume 4 (also die zweite Hälfte der zweiten Staffel) ein kurzweiliges Vergnügen und ja - bei der letzten Folge hätte nicht viel gefehlt und Schmetterlingen und kleine Herzen wären meinem TV entflattert *hihi*.

Ich bin schon richtig gespannt, wie es mit den Velvetianern weitergeht und freu mich auf Volume 5 und 6. Meine absolute Empfehlung für die Herz/Schmerz-Fraktion!

Viele Grüße von der Numi

Freitag, 25. August 2017

Rezension: Mord in Ditzum

von Susanne Ptak, erschienen bei Klarant.


Erschienen am 11.08.2017
Taschenbuch
ISBN-13: 978-3955736620

Kurzbeschreibung laut Verlag 
Grauenhaftes erschüttert die sommerliche Idylle des ostfriesischen Fischerdorfs Ditzum. Am Ufer wird die Leiche einer Frau entdeckt – das blonde Haar verfärbt vom Blut. Theda Borchers ist sich sicher: Es handelt sich bei der Toten um ihre Nichte Famke aus Ditzum. Doch die ist offiziell vor zwölf Jahren als vierzehnjähriges Mädchen bei einem Unfall ums Leben gekommen… Was ist damals wirklich geschehen? Das ganze Dorf scheint sich gegen die Ermittlungen zu sperren, düstere Geheimnisse liegen in der Luft, aber alle halten dicht. Verzweifelt bittet Theda ihre Freundin Dr. Josefine Brenner um Hilfe, und sofort macht sich die Rechtsmedizinerin im Ruhestand auf nach Ostfriesland. Mit ihren unorthodoxen Ermittlungsmethoden geht Josefine der Sache gemeinsam mit der hiesigen Polizei auf die Spur. Nach und nach fördern die Ermittler eine ganze Serie an Verbrechen zutage, als der Täter erneut zuschlägt…

Rezension
Eigentlich wollte Simone nur mit ihrem Hund spazieren gehen, wie so oft. Doch dieses Mal ist alles anders. Ihr Hund macht sie Aufmerksam... auf ein Bündel... ein Bündel Kleidung.... ein Bündel Kleidung mit Inhalt...Und nicht nur das dort plötzlich eine Leiche liegt - im schönen malerischen Ditzum - nein, Simone ist sich sicher, dass die Leiche ihre beste Freundin Famke ist. Das Problem ist nur, dass diese bereits vor 12 Jahren verstorben ist...

Auch Famkes Tanke Theda erkennt in der Toten ihr Nichte - die Eltern wollen davon allerdings nichts wissen, denn schließlich haben sie ihre Tochter bereits vor vielen Jahren begraben müssen. Theda weiß sich nicht anders zu helfen, als ihre Freundin - die ehemalige Gerichtsmedizinerin Josefine Brenner - einzuschalten. Wenn jemand Licht in das Dunkle bringen kann, dann Josefine!

Und so versuchen sie herauszufinden, was passiert ist - damals und heute - wer ist die Leiche? Was geschah damals mit Famke? Oder jetzt? Und warum ist kaum jemand bereit bei der Aufklärung zu helfen?

Fazit
Der fünfte Teil um die Rechtsmedizinerin a.D. Josefine Brenner - für mich allerdings erst der Erste und schon stellt sich mir die Frage: Warum ist diese Serie bisher an mir vorbei gegangen? Das ist doch manchmal wirklich fast beängstigend, was man als Leser alles verpasst!

Was ich damit sagen will: Hier ist ein flüssiger Schreibstil gemischt mit einer wirklich spannenden Geschichte, in einem kurzweiligen Buch vereint. Für mich war der Einstieg etwas ... überwältigend, da viele Charaktere auftauchen, von denen ich ja bisher noch nichts gehört hatte, die den eingefleischten Fan aber bestimmt erfreuen - es ist ja immer schön altbekannte 'Freunde' wiederzusehen.

Ganz ehrlich - die Geschichte war so spannend, wendungsreich, ausgefeilt, rätselhaft bis zum Schluss, dass die vorherigen 4 Bücher definitiv auf meiner Wunschliste gelandet sind und das blitzschnell. Ich bin wirklich gespannt, welche Ideen Frau Ptak noch so zu Papier gebracht hat!

Also beide Daumen hoch für diesen so unscheinbar daherkommenden Ostfrieslandkrimi!

Reihenfolge
1. Mord in Greetsiel
2. Mord in Wiesmoor
3. Mord in Leer
4. Mord in Pilsum
5. Mord in Ditzum

Viele Grüße von der Numi

Mittwoch, 23. August 2017

Rezension: Kommissar W.

Auf Flanderns Feldern


Erschienen am 24.02.2017
Polyband
FSK: 16
Laufzeit: ca. 132 Min. (3 x 44 Min.)
Bildformat: 16x9 anamorph (1,78:1)
Sprache: Deutsch, Niederländisch:
Dolby Digital 2.0
Ländercode: 2
Anzahl Discs:1

Synopsis 
Der pensionierte Kommissar Witse (Hubert Damen) wird von seiner Schwester Maggie aufgesucht. Maggies Tochter Rosie wurde ermordet, und sie bittet Witse um Hilfe, da in ihren Augen die örtliche Polizei zu wenig unternimmt, den Fall aufzuklären. Schon bald findet Witse heraus, dass es sich um eine ganze Mordserie handelt und die Polizei deshalb nichts an die Presse heraus gibt, weil am Leichenfundort, einem englischen Soldatenfriedhof, in Kürze ein hundertjähriger Gedenktag stattfinden soll. Selbst die britische Königin wird hierzu erwartet! Das hält Witse jedoch nicht davon ab, weiter auf eigene Faust zu ermitteln ...

Rezension
Ex-Kommissar Witse (Hubert Damen) kann es gar nicht glauben. Nachdem sie jahrelang keinen Kontakt zueinander hatten, steht plötzlich seine Schwester Maggie (Hilde Van Haesendonck) vor seiner Tür mit einer Bitte. Ihre Tochter Rosie, die sie zur Adoption frei gegeben hatte und die sie eigentlich selber gar nicht kannte, wurde ermordet und die örtliche Polizei scheint an der Lösung des Falles kein besonderes Interesse zu haben. Also bittet Maggie ihren Bruder um Hilfe - er soll den Mörder ihrer Tochter finden.

Nach kurzer Überlegung macht sich Witse an die Arbeit und schon bald findet er heraus, dass seine Nichte das Opfer eines grausamen Serientäters wurde. Und auch wenn die örtliche Polizei wenig begeistert von Witses Treiben ist, heftet der sich - wie ein Bluthund - an die Fersen des Täters...

Fazit
Düster, stimmungsvoll, atmosphärisch... ein grausamer Täter, ein Ermittler der in den Sog der Dunkelheit gerät.


Das ist das Erste, was mir zu dieser Kurzserie durch den Kopf geht. Von den Grausamkeiten sieht man - zu meinem Glück - nicht allzu viel - das meiste spielt sich im Kopf des Zuschauers ab - buuaaaaa.


Die Schauspieler waren mir bisher alle unbekannt - wobei mir hier niemand speziell ins Auge gefallen ist - durchweg spielen alle Darsteller glaubhaft ihre Rolle, wobei Hubert Damen als Kommissar Witse das Abgleiten in das Verbrechen schon fast... überzieht.


Dadurch, dass man schon relativ früh das Gesicht der/die/das Täter sieht, geht ein wenig von der Spannung verloren und doch bleibt die Aufklärung des Falles weiterhin interessant. Das Ende hingegen hat mich überrascht - nichts Weltbewegendes, aber doch ... irritierend berührend....

Mich hat die Miniserie gut unterhalten. Ob sie in eine Sammlung aufgenommen werden muss?.... Nicht unbedingt... zumindest nicht in meine. Aber einmal anschauen ist keine Zeitverschwendung ;0)

Viele Grüße von der Numi

Sonntag, 20. August 2017

Rezension: Pumpernickelblut

von Herbert Knorr, erschienen bei Pendragon.


Erschienen am 21.06.2017
Taschenbuch
480 Seiten
ISBN: 978-3-86532-586-0

Beschreibung laut Verlag
Crime im Heim: Üble Betrügereien, düstere Gestalten und ominöse Todesfälle in der idyl­lischen Seniorenresidenz Haus Fröhlich Abendschein rufen Else Erpenbeck, Heimbewohnerin und Hobbydetektivin, auf den Plan.
Von der Polizei als »schräge Alte« nicht ernst genommen, entscheidet die 84-Jährige kurzerhand, Anna Müller in ihr Ermittlungsteam zu holen. Die neue Belegungsmanagerin der Residenz hat aber eigentlich ganz andere Sorgen: Sie ist dabei sich zu verlieben, obwohl sie nach der Trennung von ihrem fiesen Ex der Männerwelt abgeschworen hat.
Mit unkonventionellen Methoden kommen die beiden ungleichen Frauen dem Täter immer näher – aber auch ihrem eigenen Tod …

Rezension
Anna Müllers Leben geht aufwärts. Nach der Trennung von ihrem untreuen Mann, der durch eine faustdicke Lüge dafür gesorgt hat, dass sie ihre Tochter kaum noch sehen darf, ist nun endlich ein Lichtstreifen am Horizont zu erkennen. Anna hat einen neuen Job - als Belegungsmanagerin in der Seniorenresidenz Haus Fröhlich Abendschein soll sie in Zukunft dafür sorgen, dass die Zimmer und Wohnungen allesamt vermietet sind.

Doch schon an ihrem ersten Tag passieren ... merkwürdige Dinge. Unter anderem taucht Else Erpenbeck - eine 84jährige Bewohnerin - in ihrer Abstellkammer... äh... ihrem neuen Büro auf und nimmt sie ungefragt in ihr Team auf. Schließlich gehen in der Residenz Betrügereien von statten und etliche Herrschaften werden um ihr Geld gebracht - zumindest behauptet das Else...

Anna kann sich noch gar keinen Reim auf als das machen, aber tatsächlich.... da sind schon ein paar Ungereimtheiten ... mmm... könnte die alte Dame eventuell richtig liegen...? Ehe Anna sichs versieht, steckt sie schon mittendrin - in Elses Ermittlungen, in polizeilichen ... Verliebtheiten... in Schwierigkeiten jedweder Couleur... da heißt es Bauch rein, Brust raus und auf geht es!

Fazit
Ältere Damen mit kriminalistischem Gespür sind ja nun nichts Neues - schließlich hab ich Miss Marple ja ... fast schon mit der Muttermilch mitbekommen. Obwohl Else Erpenbeck eher etwas... rauerer Natur ist, tut es der Geschichte keinen Abbruch.

Herr Knorr hat - auf seine leicht zu lesende Weise - liebevoll gezeichnete Charaktere erschaffen. Das ältere Menschen oft Opfer von Betrügern und Schlimmeren werden, ist ja leider nicht von der Hand zu weisen. Die Geschichte entbehrt von daher nicht der bitteren Wahrheit und doch ist sie eventuell an ein, zwei Stellen ... leicht... übertrieben.... , obwohl... warum sollte eine 84jährige nicht mal mit ´nem Ferrari fahren sollen? Kleine Füße sind ja dabei durchaus vorteilhaft ;0)

Mich hat dieser Krimi auf jeden Fall gut unterhalten - humorvoll, spannend, kurzweilig - so macht Lesen Spaß. 

Viele Grüße von der Numi

Sonntag, 13. August 2017

Rezension: Tödlicher Lavendel

Ein Leon-Ritter-Krimi - Teil 1,
von Remy Eyssen, erschienen bei Ullstein.


Erschienen am 08.04.2015
Taschenbuch, Broschur
464 Seiten
ISBN-13 9783548286990

Beschreibung laut Verlag
Eigentlich hatte sich Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein Mädchenmörder geht in der Provence um. Zwei weitere Mädchen sterben, und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Ritter kämpft nicht nur gegen einen perfiden Mörder, sondern auch mit dem Laisserfaire der südfranzösischen Behörden. Als plötzlich die Tochter seiner Kollegin Isabell Morell entführt wird, wird es heiß in Lavandou, sehr heiß sogar. Und Ritter merkt, dass sogar sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.

Rezension
Nach einem persönlichen Schicksalsschlag will Dr. Leon Ritter noch einmal ganz von vorne anfangen. Und so kehrt er Deutschland den Rücken zu und nimmt die Stelle eines Gerichtsmediziners in der Provence an.

Schon kurz nach seiner Ankunft, wartet bereits sein erster Patient auf ihn: Ein junges Mädchen, das anscheinend keines natürlichen Todes starb. Davon möchte aber weder die Polizei noch der Bürgermeister etwas hören. Schließlich sind die Urlauber wichtig für den Ort. Doch es bleibt nicht bei einem verschwunden Kind

Und so macht sich Leon auf die Suche ... nach Spuren... nach den Kindern... nach Beweisen. Trotz aller Widrigkeiten. Erst als die Tochter der Polizistin Isabell Morell - Leons Vermieterin - spurlos verschwindet, kommen die Dinge in Bewegung... und das nicht zu knapp.

Fazit 
Vor kurzem stolperte ich über ein ansprechendes Cover - 'Gefährlicher Lavendel' von Remy Eyssen - der dritte Fall des Gerichtsmediziners Leon Ritter. Mmmm ein kurzer Blick auf die Beschreibung und mein Interesse war geweckt. Aber ich - als Reihenliebhaber - kann ja nicht einfach mittendrin anfangen, nech?! - Also erst einmal Teil 1 besorgen - natürlich in der Hoffnung, dass es sich lohnt :0)

Was soll ich sagen? Ja, es hat sich gelohnt. Die Schreibweise ist sehr gut zu lesen, die Provence entsteht vor dem inneren Auge - jetzt kann ich verstehen, warum es so viele Urlauber dorthin zieht. Das Thema ist natürlich... ernst - nicht gerade leicht. Und doch wird es nicht unnötig... im wahrsten Sinne des Wortes 'ausgeschlachtet'.

Die Protagonisten sind sehr gut ausgeleuchtet. Man bekommt ein Gespür für die einzelnen Leute. Die Atmosphäre des Buches nimmt den Leser mit. Und je näher ich dem Showdown kam, desto sicherer war ich mir, dass man dieses Buch bestimmt auch prima verfilmen kann.

Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten und dritten Teil und ich hoffe, dass es bei der Qualität bleibt - ha - und wieder eine neue Reihe in meiner Sammlung ;0)

Reihenfolge:
Tödlicher Lavendel
Schwarzer Lavendel
Gefährlicher Lavendel

Viele Grüße von der Numi