Sonntag, 10. September 2017

Rezension: Wildeule

von Annette Wieners, erschienen bei List.


Erschienen am 11.08.2017
Taschenbuch, Klappenbroschur
352 Seiten
ISBN 13 978 3 54861 2591

Beschreibung laut Verlag
Die ehemalige Kommissarin Gesine Cordes hatte sich nach dem Tod ihres kleinen Sohns aus ihrem alten Leben zurückgezogen. Erst in der Arbeit als Friedhofsgärtnerin fand sie Trost. Doch ihre geliebte Idylle wird jäh gestört, als während einer Beerdigung entdeckt wird, dass der Sarg nicht richtig geschlossen ist. Und nicht der erwartete Leichnam im Sarg liegt, sondern ein bekannter Bestattungsunternehmer – er wurde ermordet. Gesine ermittelt undercover auf dem Friedhof und kommt skandalösen Praktiken im Bestattergewerbe auf die Spur. Bald gerät ausgerechnet ihr bester Freund, der Bestatter Hannes, unter Verdacht. Gesine muss sich entscheiden: Wird sie sich weiter vor der Welt verstecken? Oder kann sie Hannes retten, den Mord aufklären und womöglich sogar in ihr altes Leben zurückkehren?

Rezension
Zwischen der Friedhofsgärtnerin (und Ex-Kommissarin) Gesine Cordes und ihrem bester Freund Hannes herrscht Eiszeit. Er hatte ihr sein Herz ausgeschüttet wegen seiner beruflichen Schwierigkeiten mit einem skrupellosen Konkurrenten Schellhorn und sie hatte - beschwipst und gutgelaunt - einen blöden Kommentar dazu abgegeben. Eigentlich eine Kleinigkeit und doch... Gesine hat da etwas gutzumachen...

Gut das die Arbeit sie ablenkt. Die heutige Beerdigung ist wirklich außergewöhnlich. Zum einen geradezu pompös mit einem Blumenmeer, den teuersten Kränzen und dazu Silberbeschlägen am Sarg fast schon überladen - auf der anderen Seite nur ein einzelner Trauergast. Doch das was Gesine tatsächlich hellhörig werden lässt, ist dieses merkwürdige Geräusch, als die Träger den Sarg anheben...

Und tatsächlich: Der Deckel des Sarges ist nicht richtig verschlossen und als er plötzlich wegrutscht ist der Schreck mehr als groß. Denn nicht die verstorbene Madeleine Jablin liegt in dem Sarg, sondern Hannes Konkurrent Schellhorn.

Die Polizei - unter Leitung von Mordermittlerin Marina Olbert - macht sich an die Ermittlung. Schon bald kristallisiert sich eine Spur heraus - und die führt direkt zu Hannes!

Fazit
'Wildeule' ist der dritte Teil um Gesine Cordes. Die ersten beiden Bücher hatten mir wirklich gut gefallen, aber dieser Band toppt die beiden anderen noch einmal so richtig!

Ich lese ja sehr gerne Serien - mir gefällt es einfach beim Lesen alte Bekannte zu treffen. Manche mag man mehr, manche vielleicht weniger und doch ist es ein Wiedersehen bzw. Wiederlesen, das mir Freude bereitet. So auch mit Gesine und natürlich auch mit Hannes.

Nun steht Hannes aber unter Verdacht. Natürlich zu unrecht. Ist ja klar. Schließlich kennen wir uns ja schon ein Weile... naja gut zwei Bücher lang... aber das kann ja trotzdem nicht sein, das er jemanden tötet.... okay, einen Grund hätte er schon gehabt... aus verständlichen Gründen hätte ihm ja schon die ein oder andere Leitung durchbrennen können.... aber mal ehrlich: Hannes? Obwohl... wie gut kennt man sich eigentlich wirklich... und die Beweise... die kann man ja nicht wegdiskutieren.... sollte er doch?...

Was ich damit sagen möchte: dieses Buch hat mich beim Lesen ganz schön hin und her gerissen. Immer wieder stellt man sich die Frage der Fragen und nein, ich verrate Euch definitiv nicht, wie es endet und ob das Ende mir gefallen hat oder nicht. Nur so viel: es war spannend!

Mir gefällt auch die Grundgeschichte. Also eine Kommissarin, die durch ... also die ihren kleinen Sohn verliert und damit den Lebensinhalt, die alles hinwirft und nun als Friedhofsgärtnerin arbeitet... auf dem Friedhof, auf dem auch ihr Junge bestattet wurde... etwas düster und absolut stimmig.

Meine beiden Daumen sind auf jeden Fall oben für diese Reihe.

Reihenfolge
 Kaninchenherz
 Fuchskind
 Wildeule

Viele Grüße von der Numi